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Das Unbekannte, Fremde und somit Neue zu entdecken ist für mich im künstlerischen Entstehungsprozess spannend. Durch den experimentellen Einsatz von Malerei und Zeichnung, in früheren Arbeiten auch Fotoelementen, wird der Bildraum in den Formen fragmentiert und ergibt zwischen Widersprüchlichkeit und Stimmigkeit ein ambivalentes Neues.

 

In den mehrteiligen Bilderzyklen aus den Jahren 2009-2015 entstehen durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien wie Farbe, digital verfremdeter Fotoelemente, Papierstreifen, geschnittener Malsegmente und Zeichnung unterschiedliche Serien. Durch wechselseitigen Einsatz verschiedener Grundelemente, das Gegenüber von Polaritäten, Verbindungen und Farbdynamik entstehen spannungsreiche Bezüge im Ganzen. (Ursel Ritter 2015)

 

Unregelmäßige Farbstreifen überlagern malerische und fotografische Bildfragmente, Fragmentierung der Bildwirklichkeit durch Collage. (2015)

 

FRAGMENT

Das Bild als Fragment gedachtDie Gesamtheit als Summe von Fragmenten gedachtDie Gesamtheit zerfällt in Fragmente, um sich neu zu formierenVisuelle Darstellungsmöglichkeiten fragmentarisch in der Kunst – Malerei, Fotografie, Zeichnung. (2015)

 

Weiße Farbstreifen überlagern den fragmentierten Bildraum und erzeugen Lichtcodes. Wahrgenommen als Schnitte im Bewegungsstrom, als Energiebahnen, die sich nähern oder entfernen, kreuzen und spielerisch auflösen im Raum. (2014)

 

Die bisher vorwiegend horizontal/vertikale Dynamik wird in meinen Arbeiten von 2013 aufgebrochen. Die Fotoelemente sind ungleich fragmentiert und treten mit Malerei in einen dialogischen Kontext. (2013)

 

Im freien Umgang mit verschiedenen Techniken wie  Acryl und Öl, Malerei und Zeichnung, Materialmix bei den Objekten, entstehen neue visuelle Zusammenhänge oder auch Sinnzusammenhänge, die gewohnte Sichtweisen in Frage stellen und zum Assoziieren anregen. (2011)

 

EIN STÜCK ENDLOSZEIT GLEICH LEBENSZEIT – VERAENDERUNGEN GLEICH ZEITMOMENTE – ZEIT ALS SUMME VON ZEITMOMENTEN – SUMME ALLER LEBENSZEITMOMENTE GLEICH ENDLICHZEIT – SUMME ALLER ENDLICHZEITEN GLEICH ENDLOSZEIT (kunsttext ©Ursel Ritter 2011)

Manuela Lintl, Kunsthistorikerin, 2011
…die Berliner Malerin Ursel Ritter befasst sich in ihren Bilderzyklen von 2010 bis 2012 mit dem Festhalten vergänglicher Momente im Verlauf der Zeit und deren Reflexion in der künstlerischen Arbeit. Ihr Medium ist die Acrylmalerei, die sie mit selbst erstellten und digital bearbeiteten Foto-prints in einen symbiotischen Dialog treten lässt. Dabei nähern sich, technisch gesehen, beide Medien einander an und verschmelzen gewissermaßen auf der Leinwand zu einer Einheit…mehr

 

Zeit – Vergänglichkeit
Festhalten vergänglicher Momente im Verlauf der Zeit, wahrgenommen als Schnitte im Bewegungsstrom, zusammengesetzt zu einem neuen Ganzen, fortlaufend, sich verändernd zu neuen Schnittmengen der endlosen Augenblicksreihe im Zeitkontinuum.“ (2010)

 

Uta Koch-Götze, Galerie Futura, 2006
„…Lineare Zeit führt zu einer fortlaufenden Beschleunigung eines Wahrnehmungsprozesses, der nur noch schwer innehalten kann und von der bedrängenden Flut gleichzeitiger Phänomene zu ersticken droht. Der Zeithorizont verkleinert sich und wandelt sich in einen Zeitkäfig der Moderne von ungeheurer Dynamik, die in sich und um sich selbst kreist. Diese Verdichtung begegnet uns charakteristisch in den Arbeiten von Ursel Ritter, wobei es ihr gelingt, den Charakter von Bewegung im Fluss, von Schwere und ihren immanenten Pol der Leichtigkeit als schwebende Materie zu bewahren. Ihre „Zeitwege“ führen ihre Dynamik mühelos über die Bildränder hinaus in fragender Halt nach Sinn und Ziel…“
(Uta Koch-Götze anlässlich der Ausstellung „Zeitwege“ Galerie Futura 2006)